Antinori – Toskana-Wein seit 1385

Weinbau in der 26. Generation – wohl keine andere Familie hat die Weinbranche Italiens so geprägt wie die Antinoris. Doch der Patron von Marchesi Antinori srl, Piero Antinori, machte sich nicht als Traditionalist einen Namen, sondern als Rebell. Mit seinem Tignanello setzte er sich über das strenge Chianti-Reglement hinweg – und hatte überwältigenden Erfolg.

Im Jahre 1385 war es, als der Sproß einer Florentiner Händler-Dynastie Giovanni di Piero Antinori sich neben seinen sonstigen unternehmerischen Aktivitäten auch mit Weinbau zu beschäftigen begann. Seit jener Zeit sind die Antinoris der Branche treu geblieben. Doch erst rund 600 Jahre später begründete ein anderer Piero den Weltruhm des Unternehmens. Seine Lehrjahre verbrachte Piero Antinori unter anderem in Bordeaux. 1968 übernahm er das Familienunternehmen und entwickelte aus dem Sangiovese, der klassischen Chianti-Traube, einen Wein namens Tignanello, benannt nach einem der Antinori-Weinberge in der Toskana. Der Tignanello enthielt nicht den damals vorgeschriebenen Weißweinanteil eines Chiantis und wurde im Barrique ausgebaut – was den regional üblichen Charakter des Weines signifikant veränderte und ihn die DOCG-Klassifizierung kostete. Bis heute stemmt sich Antinori gegen das Chianti-Reglement und vermarktet den Top-Wein als IGT, also praktisch als Landwein. Zwei weitere sogenannte Super-Tuscans folgten dem Tignanello: der Sassicaia aus der Maremma und Pergole Torte aus dem Chianti-Gebiet. Mittlerweile produzieren Marchesi Antinori aber auch klassische Chiantis mit DOCG-Label.

Neben einigen kleinen Gütern in der Toskana umfasst der Besitz des Unternehmens heute Weingüter in Apulien, im Piemont, in Kalifornien und sogar in Rumänien, Ungarn und auf Malta. Die gesamte Anbaufläche beträgt lediglich 2200 ha, die Jahresproduktion ca. 20 Millionen Flaschen. Aber nicht die Größe zählt: Fast jedes der Einzelgüter, die zu den Marchesi gehören, produziert eigene Spezialitäten, die sich unter Kennern großer Beliebtheit erfreuen. Dabei handelt es sich fast ausschließlich um Rotweine auf Sangiovese und Cabernet-Basis. Eines der erschwinglicheren Aushängeschilder des Unternehmens ist der mehrfach preisgekrönte Villa Antinori in Rot. Sein Namensvetter aus Trebbiano-, Malvasia-, Chardonnay- und Pinot Bianco-Trauben ist einer der wenigen Weißweine der Marchesi. Neben Wein stellt Antinori in der Toskana allerdings auch hochwertiges Olivenöl her.

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